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Hector - Tag 13 - mit Sail & Chill und save, save, fun zum BERGFEST!



Nach Nikolaus gestern ist heute schon der nächste Feiertag, denn - wir haben Bergfest!

Um 06:00 Uhr BZH (Bordzeit Hector) hat uns unser Plotter dieselbe Distanz der noch zu fahrenden Meilen angezeigt wie die bereits zurückgelegten. 1.450 Meilen (ca. 1.800 km) liegen schon hinter uns. Die Hälfte des Atlantiks zwischen Gran Canaria und Saint Lucia. Auch wenn uns die ersten 1.450 Meilen mit jeder Meile dem Ziel schon näher gebracht haben, so ist der zweite Teil gefühlt noch mal etwas Besonderes.

Denn ab heute erlauben wir uns langsam, von der Ankunft in der Rodney Bay Marina, unserem Heimathafen der vergangenen Jahre, zu träumen. Wann werden wir das erste Mal den Blick auf die Pitons, die Wahrzeichen Saint Lucias, erhaschen? Wer wird uns dort am Steg erwarten? Wird uns derjenige hoffentlich mit ausreichend Buckets mit gekühltem Piton (gleichzeitig auch der Name des Bieres) empfangen?

Bei den Überlegungen hilft uns das sogenannte Etmal, die in 24 Stunden zurückgelegten Meilen, aus denen wir unseren Durchschnittsspeed ermitteln können. Wenn unser Etmal z.B. 120 Meilen beträgt, sind mir mit fünf Knoten die Stunde unterwegs (1 kn entspricht einer Meile), also 24 x 5 = 120 Meilen. Bei 1.450 Meilen to go und einem Durchschnittsspeed von 5 kn würden wir somit noch ziemlich genau 12 Tage (1.450/5 kn/24 Std.) brauchen. So weit, so nachvollziehbar, oder?

Das Problem ist nur, dass unser Durchschnittsspeed nicht so einfach zu benennen ist und die letzten Tage eher etwas unter 120 nm lag (und sich der Blick auf die Pitons damit auch verzögert) ;-) Daher feilen wir seit ein paar Tagen an der richtigen Segeltaktik und -stellung, um immer mal wieder noch einen halben bis Knoten mehr Fahrt aus den Lappen rauszuholen.

Am Anfang nach Start auf Las Palmas haben wir es erst einmal langsam angehen lassen. Denn "save, save, fun" ist unsere Devise. Zu aufregend waren die ersten Tage, die Crew noch relativ frisch zusammen an Bord, die Wetterbedingungen nicht optimal, der Wind aus der falschen Richtung, Hector zu schwer... Denn jedes Kilo mehr, das wir dabei haben, bremst die Fahrt natürlich auch. Und Extrakilos hatten wir zu Beginn reichlich. Mit 600 l reinem Trink- und Kochwasser, 700 l Frischwasser in den Tanks, hunderten Liter Softdrinks in Dosen, überhaupt Dosen und Gläser voll mit Nahrung, ein mit 600 l gefüllter Dieseltank, dazu das Gewicht von sieben Personen (sagen wir mal 75 kg im Schnitt), jeder mit 20 - 30 kg Gepäck... Da kommen wir mal schnell auf über drei Tonnen (in Zahlen: dreitausend Kilo) zusätzliches Gewicht, das Hector, Wind und Segel mit tragen müssen.

Das Gewicht reduziert sich von Tag zu Tag mit jeder getrunkenen Flasche Wasser, jedem Abendbrot, Abwasch, gefahrener Meile unter Motor.
Die Crew hingegen hat die Abläufe beim Segel setzen und bergen von Tag zu Tag optimiert. Die Handgriffe sitzen mittlerweile blind, bei Bedarf wird in wenigen Minuten die Dicke Elke (unser Gennacker Leichtsegel) gerefft (eingeholt) und die Genau (ein klassisches Downwind Segel, das höheren Windstärken standhält) gesetzt und die perfekte Segelstellung ausgeklügelt.

Trotzdem gilt für uns nach wie vor "save, save, fun". Wenn z.B. absehbar ist, dass ein stärkerer Wind aufzieht, holen wir die Dicke Elke rechtzeitig runter, da sie das nicht gut vertragen würde. Wenn der Wind mal ganz einschläft (wie just in diesem Moment), fahren wir auch mal ein Stück mit Motorenunterstützung. Die benötigen wir ohnehin alle paar Tage, um unsere Batteriebänke aufzuladen; auch wenn die Solarbänke super funktionieren, spendet die Dicke Elke diesen gerne mal Schatten. Und vor allen Dingen segeln wir nachts so, dass keiner das Cockpit im Dunkeln verlassen und in der Nacht aufs Vordeck muss, um an den Segeln und Leinen zu zupfen.

Natürlich fragen wir uns manchmal, wenn wir die Positionen der anderen Schiffe sehen (die erhalten wir täglich von der ARC), wie diese schon so schnell so weit gekommen sind. Aber dann denken wir uns, dass es auf diesen einen Tag mehr oder weniger auch nicht ankommt. Der Weg ist das Ziel, und den genießen wir täglich auf´s Neue. Und nennen unser Törnkonzept nicht grundlos "Sail & Chill". Auch wenn das normalerweise für die Karibik gilt, warum sollte es auf einer Atlantiküberquerung anders sein? :-)

Neptun bleibt uns übrigens auch zum Bergfest wohl gesonnen - heute Abend gibt´s mal wieder einen Mahi Mahi (Fisch Nr. 6).

In diesem Sinne - wir chillen dann mal weiter.
Bleibt auch ihr save, save, dann kommt der Fun.

Katrin & Peter
SY Hector
Sail & Chill



tag13_dicke_elke_strategie

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