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Vitamin Sea - Tag 12: Fang, Unwetter und Nacht-und-Nebel-Aktionen, Freitag, der 01. Dezember 2023



Die Nacht vom 30. November auf den 01. Dezember 2023: Einsamkeit und Routine
Die Nacht auf Freitag verlief wieder ruhig und ereignisarm, ohne größere Vorkommnisse. Squalls, die sich auf dem Radar zeigten, verflüchtigten sich jedes Mal, sobald sie näherkamen. Die Natur scheint es gut mit uns zu meinen.

Mittlerweile war kein anderes Boot mehr in einem Abstand von 10 bis 12 Meilen zu erkennen. Unsere Begleiter der letzten Tage haben offenbar eine etwas nördlichere Route eingeschlagen und scheinbar etwas schneller unterwegs als wir. Plötzlich fühlt es sich sehr allein an auf hoher See.

Unsere Routine bei den Nachtwachen hatte sich mittlerweile eingespielt und jeder von uns konnte seinen verdienten Nachtschlaf zur vorgesehenen Zeit genießen.

Wir sind uns aber bewusst, dass sich die Situation jederzeit ändern kann. Squalls können unvorhergesehen auftauchen, und plötzlich befindet man sich in einem Unwetter. Also, niemals die Wetterbedingungen unterschätzen und stets wachsam bleiben, um für mögliche Herausforderungen gewappnet zu sein.

Damit war die Nacht vergangen, und ein neuer Tag brach an.

Ein Tag voller Überraschungen

Nicolas hat mir gestern einen großen Gefallen getan, also belohne ich ihn mit einer Stunde länger Schlaf, und mache Nachtwache bis 7 Uhr morgens. Später am Tag merkte ich aber, dass mir die Zeitverschiebung zu schaffen machte.

Nachdem ich aufgewacht war, erwartete mich eine schöne Überraschung – Nicolas hatte erneut zugeschlagen und einen wunderschönen Wahoo gefangen. Das scheint inzwischen langsam zur Gewohnheit zu werden. Das ist bereits der dritte Fang in Folge. Unsere Gefriertruhe füllt sich somit stetig mit frischem Fisch. Ich sollte also über neue Rezepte nachzudenken, um die Varietät in unserem Speiseplan sicherzustellen.

Am Nachmittag wurde es plötzlich äußerst aufregend. Eine große Gewitterfront näherte sich uns von hinten und von links, wie Peter auf dem Radar bemerkt hatte. Mit bloßem Auge konnten wir vier Squalls erkennen, die auf uns zukamen.
Jeder von uns hat seine Aufgabe, um das Boot entsprechend vorzubereiten. Zuerst zogen wir alle unsere Sicherheitswesten an. Nicolas und Peter übernahmen die wichtigste Aufgabe, und holten den Wingaker ein. Anschließend machten wir den Rest des Bootes seefest. Anna und ich verschlossen alle Luken, sicherten alles im Inneren des Bootes wie z.B. das Geschirr und sorgten dafür, dass nichts umherfliegen konnte. Nicolas und Peter holten alle Polster von Deck. Dabei bemerkte Nicolas bereits die ersten Regentropfen.  Nicolas holte die Angeln ein und schließlich schloss Peter noch alle Persennings, um das Boot und uns vor dem Regen zu schützen.

Nun konnten wir nur noch abwarten und alles auf dem Radar und mit unseren Augen beobachten. Als wir schließlich mitten im Unwetter waren, stellte es sich jedoch als nicht so schlimm heraus. Der Wind erreichte lediglich eine Geschwindigkeit von 22 Knoten, was im Vergleich zu meinem ersten Squall-Erlebnis recht wenig war. Damals hatte sich der Wind innerhalb von drei Minuten auf 30 Knoten gesteigert, und es regnete in Strömen. Im Vergleich dazu war dieser Squall ein Mini-Unwetter. Dennoch aber für uns als Family eine gute Übung für möglicherweise heftigere Unwetter in der Zukunft.

Nachdem das Unwetter vorüber war, setzten Peter und Nicolas erneut den Wingakers, und wir konnten entspannt weitersegeln.

Am Abend belohnten wir uns mit einem festlichen Mahl aus paniertem Wahoo, handgeschnittenen Pommes und Süßkartoffelchips. Ein wahres Festmahl, das selbst Anna, die Fisch normalerweise nur in Form von Fischstäbchen mag, genossen hat. Es gibt einfach nichts Besseres als frisch gefangenen Fisch.

Nach dem Abendessen und einer Runde "Phase 10" mit Anna ging ich recht zügig ins Bett, um meinen Nachtschlaf nachzuholen. Doch kaum lag ich, hörte ich, dass etwas nicht stimmte. Die Motoren wurden gestartet. Als ich auf das Deck kam, sah ich Nicolas dabei, das Vorwindsegel einzuholen und Peter am Steuerstand. Anna war schon dabei, den Rest des Bootes zu sichern. Eine weitere Gewitterfront näherte sich direkt vor uns. Eine Nacht-und-Nebel-Aktion, bei der uns allen ein wenig mulmig war. Es ist eine Sache, Segel bei Tageslicht einzufahren, aber eine völlig andere, dies bei 4-Meter-Wellen in der Dunkelheit zu tun.

Ganz ähnlich wie am Nachmittag, stellte sich der Squall als eher harmlos heraus. Ein wenig Regen und Wind mit einer Geschwindigkeit von etwa 23 Knoten. Das war gut zu handeln. Aber es zeigten sich weitere Squalls auf dem Radar, und Peter entschied vorsichtshalber, das Segel unten zu lassen und durch die Nacht zu motoren. Eine weitere Nacht-und-Nebel-Aktion wollten wir auf jeden Fall vermeiden.

Wir hofften auf eine ruhigere Nacht.

Kulinarisches Tag 12:

  • Mittagessen: Asiatische Nudelsuppe mit Gemüse
  • Abendessen: Panierter Wahoo mit Pommes und Süßkartoffelchips

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