Hanna - von St. Helena weiter nach Brasilien


4.1. Donnerstag – Tag des Thors. Etwas Regen aber Gottseidank kein Donner. Viel Welle. Wir surfen auf langen Wellen und die unruhige See zeigt nachts schönes Meeresleuchten. Schön – zumal man sonst nichts sieht. JJ

5.1. Freitag - ein Tag voller Rauschefahrt. Wir gleiten den ganzen Tag mit 8 – 9 Knoten dahin. Viele Wolken und einige Sonnenfetzen wechseln sich ab. Pünktlich zum Abendessen gibt es wieder unsere Riesenwellen. Wir hätten sie auch vermisst! Die Sonne lässt einen tollen Regenbogen achteraus entstehen. Phantastisch! Ein ganzer halber!! Mit zweiter Ordnung! Das Abspülen muss warten bis auch wirklich der letzte Farbtupfer am Himmel verschwunden ist.

6.1. Samstag - Die Wache ist unspektakulär. Denken wir zuerst. Aber dann bildet sich um 8.00 Uhr  mit der wenigen Sonne und den vielen Wolken ein superschöner ganzer Regenbogen voraus. Der wenige Wind treibt unser Parasail nach wie vor gut an. Ein paar fliegende Fische lassen sich sehen. Wir kommen heute ein gutes Stück vorwärts und zum Abend hin lässt die Sonne sich blicken. Jetzt oder Nie!! Endlich gibt es den lang ersehnten Sundowner, der in Ruhe genossen wird. In Ruhe??? Nein!! Die Angel klirrt und es scheint, dass da etwas Großes dran hängt. Egal welche Strategie wir wählen – ob schnell die Schnur einholen oder das Gefangene noch in Ruhe lassen – beides trägt das Risiko des Verlustes in sich. Fast an Bord reißt sich der Fisch los… schade. Wir haben nur die großen beeindruckenden Kiemen. Für alle Teile der Fangaktion unbefriedigend bis tödlich. Na ja – gegessen hatten wir ja ohnehin.

7.1. Sonntag -  Der Himmel verwöhnt uns mit einer Aussicht auf schönen Sonnenaufgang. Das Betrachten der weniger werdenden Wolken wird jäh unterbrochen vom schnurrenden Angelgeräusch.  SPANNUNG-----tatsächlich ein Fisch. Dieses seehechtähnliche 1m lange Fischlein ist nicht des Anglers Glück. Er soll irre viele Gräten haben.. . Aber – na ja… ich sagte ich würde sowas Selbstgefangenes gerne mal essen. Und das tue ich heute Abend auch. Wahrscheinlich bin ich der Einzige, der diesen Grätenfisch isst. Alle Anderen werden was richtiges essen….mal schauen..

Sonne und Regenwolken wechseln sich ab. Macht nichts. Die Sonne ist sowieso zu heiß.

8.1. Montag – Der Fisch war sehr lecker. Er hatte viele viele Gräten – aber trotzdem. Alle haben brav vorsichtig gegessen…

Heute ist DER TAG schlechthin. Wir sehen Wale. Erst einen kleinen. Dann noch einen, der ist etwas größer. Er dreht sich auf den Rücken und man kann seinen weißen Bauch sehen als er an der Hanna vorbeischwimmt. Im Hintergrund schaut ein Walkopf aus dem Wasser. Insgesamt sind es sicher 3 oder 4 Wale, die wir über einen längeren Zeitraum sehen. Es sieht lustig aus wenn sie sich drehen und wir interpretieren dies so als wollten sie der Hanna schöne Augen machen indem sie ihre tollen Bauchseiten zeigt. Sehr männlichJJJ. Es scheinen Schwertwale (Orcas) zu sein. Und auch ein südatlantischer Wal oder Brydewal könnte dabei sein. Die Sonne wechselt mit Wolken ab und wir kommen mit Parasail 275 gut vorwärts. Wenn die Sonne sich zeigt werden Übungsstunden mit Sextant angesetzt. Mit der momentanen Welle ist die Einstellung schwierig. Dank Rainer, der Gottfried und mir die Sonne  vom Himmel holt, lernen wir es recht schnell. Zumindest die Bestimmung des richtigen Meeres gelingt uns direkt zu Anfang. Nach der zweiten Bestimmung haben wir nur noch einen Fehler von 100 nm.!!!:-)J  Der Hinweis :“Man muss nur ein bisschen pendeln“ von Rainer wird beherzigt und heute am 11. 1.  sind wir noch nicht perfekt aber deutlich besser in der Handhabung und ‚Sonne auf den Horizont holen‘.  “ Die meisten Fehler passieren beim Eintragen“ – O-Ton Rainer. Der entscheidende Delta H –Wert beträgt nur noch 4‘. Also – wir kommen der manuellen Ortsbestimmung deutlich näher. Die Abweichung heute beträgt möglicherweise  nur noch 20 nm. Gemessen am Erdumfang ist dies eine durchaus vernachlässigbare Größe.

„ Morgens Sonne runterholen…..nachmittags Sonne runterholen…..wenn wir eine Wolkenlücke treffen wird geübt.

Das nächtliche Gewitter vom 10.1.auf den 11.1. mit viel Regen  sorgt für sauberes Deck und nasse Sachen. Es ist immer abwechslungsreich. Uns begegneten in den letzten Tagen 3 Frachter meist auf dem Weg nach Singapore. Oder man sieht fliegende Fische oder mal einen Sturmvogel, der vor uns kreuzt. Das ist immer etwas Interessantes. Zumindest für mich. Fotos existieren natürlich.

Blick auf die Anzeige  13,1 V …. Prima es gibt Kaffee.  Der leckere Geruch wird beeinträchtigt durch immer wieder kehrenden Fischgeruch von achtern.???  Endlich – heute entdeckt!!! Ein fliegender Fisch hatte sich in das Dinghi verflogen!!! Wie kann ein kleiner Fisch so stinken.????!!!!

Nur noch drei Tage bis Brasilien. Zum einen schön – zum andern schade. Das Bordleben ist selbstverständlich geworden. Wunderbar!!




Sundowner.