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Lei Lei - 17. Tag auf hoher See - Die etwas andere Welt



Der Passat zieht uns weiter in Richtung St. Lucia, jedoch lässt seine Stärke etwas nach. Hoffentlich ist es nur eine vorübergehende Schwäche, denn nicht nur die Ankunfszeit leidet darunter, auch die individuellen Ergebnisse der Crew-Schichten lassen so keine Best-Leistungen zu. Nach jeder 1,5h Schicht wird nämlich verglichen, welche Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit erreicht wurden und wie nah am optimalen Kurs gesteuert wurde. Wer sich hier die Blöße gibt, muss für den Spott im Anschluss nicht sorgen. Bei Windgeschwindigkeiten von nahe 10 Knoten sind solche Statistiken natürlich deutlich weniger spannend als bei 20 Knoten Wind... In seiner Nachtschicht hatte Alexander heute die schöne Gelegenheit, frühzeitig Tages-Rekorde aufzustellen. Zunächst bereitete die Situation allerding eher Sorge: der Wind frischte sehr plötzlich auf und drehte in alle möglichen Richtungen, eine dunkle Wolkenwand hatte sich zügig aufgetürmt, und sie schien die Weiterfahrt verhindern zu wollen. Alexander entschloss sich, das Warnsignal in Form des Nebelhorns ertönen zu lassen, was nichts anderers bedeutet als "alle Mann an Deck!". Um 2 Uhr Nachts war die initiale Reaktion der Crew-Mitglieder recht unterschiedlich: Frederik erkannte als erstes, dass es galt aufzustehen. Nati baute das Geräusch des Nebelhorns zunächst noch im Traum in eine Regatta-Szene ein und erkannte die Situation erst, als Christian sich aus dem Bett bewegte. Rudi und Kristian - als Vorzeige-Schläfer - ließen sich von dem lauten Nebelhorn zunächst gar nicht aus der Ruhe bringen und mussten von Frederik aus den Federn gezogen werden! Hier ist wohl noch etwas Optimierungspotential... Schließlich hatten sich jedoch alle Crew-Mitglieder in voller Montur im Cockpit eingefunden und beobachteten Wind und Wolken. Der Skipper entschied, dass zumindest kein Einholen des Parasailors erforderlich würde, so dass der Großteil der Crew wieder in die Kojen schlüpfen konnte. Neben Alexander sollte aber ein Crew-Mitglied in Bereitschaft bleiben, denn selbst das Fieren der Schoten wäre für den Rudergänger ohne den Autopilot alleine nicht möglich gewesen. Schließlich steuerte Alexander dann mit Bravour durch die Böen und konnte zugleich schöne Werte einfahren!

Die täglichen Kontrollen des stehenden und laufenden Guts lassen zunehmend die Dauerbelastung erkennen. Einige der Schoten und Falle zeugen von Abrieb und auch die Spannung der Wanten muss kritisch unter die Lupe genommen werden. Wir gehen die Szenarien durch, was beim Reißen der jeweiligen Taue zu tun wäre und versuchen zugleich - so gut wie möglich - Entlastungen zu implementieren. Es wird spannend, wenn wir in St. Lucia mit dem Bootsmann-Stuhl in den Mast gehen und dann aus der Nähe die Spuren der Überfahrt kontrollieren können. Je nach Leistung der Crew-Mitglieder wird dann ausgewählt, wer in dem Mast muss und an welchem Fall der Bootsmannstuhl hinaufgezogen wird: bei sehr schlechter Leistung könnte durch die Befestigung des Bootsmann-Stuhls am Fall für den Parasailor direkt verprobt werden, ob dieses Fall noch belastbar ist... ;-)

Nachdem gestern unsere Funkrufe von der "MARAN GAS EFESSOS" aus Griechenland geflisstlich ignoriert wurden, konnten wir heute mit dem Frachter "SOL DU BRASIL" erfolgreich Funkkontakt aufnehmen. Wir wollten sicherstellen, dass der mit 20 Knoten auf uns zusteuernde Frachter uns zur Kenntnis genommen hatte. Keine schlechte Idee, denn weder auf dem Radar noch auf dem AIS des Frachters hatte uns deren Steuermann entdeckt. Nach Abgleich der Kurse und Geschwindigkeiten stellten wir fest, dass die "SOL DU BRASIL" sicher hinter uns durchfahren würde. Man wünschte uns gute Fahrt und zog eindrücklich zügig achtern an uns vorbei.

Dass wir hier in unserer eigenen kleinen Welt leben, merkt man zunehmend auch an der Differenz zwischen der Bord-Zeit (UTC) und den Tageszeiten. Das Abendessen gegen 20:00 findet unter der heißen Nachmittagssonne statt, mit dem Sonnenuntergang gehen wir in den nächtlichen Schlafmodus über und beim Frühstück kann man noch den gerade erst stattgefundenen Sonnenaufgang beobachten. Ein Crew-Mitglied ist allerdings schon etwas vorgeprescht und hat - zum Teil - die St. Lucia Zeit schon adaptiert: um 14:00 Bord-Zeit steht er zum Frühstück auf. "Zum Teil" schreibe ich deshalb, weil die Nachtruhe dennoch gegen 20:00 Uhr Bord-Zeit eingeläutet wird... - Dass wir zwischen den Welten leben, merken wir auch daran, dass die Berichte vom ersten Schnee in München hier geradezu surreal wirken. Beim Gedanken an Schneeflöcken kommt beim Autor zwar durchaus Sehnsucht auf; aber das bedeutet nicht, dass er sich über die Sonne und die warmen Temperaturen beschweren möchte!


Autor: Kristian
letztes Etmal: 170 sm
Position (12:00 UTC): 14°23,4'N 053°25,9'W
zurückgelegte / verbleibende Meilen: 2699 / 437
Position (12:00 UTC): 37



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